Rügen Bodden auf Hecht und Dorsch mit dem Team Bodden-Angeln

Nach 2 Jahren (hier geht’s zum Bericht von 2013) schafften wir es endlich wieder Mal nach Rügen. Bei dieser Tour waren wir zu zweit und wollten neben den Hechten auch den Dorschen und den Lachsen nachstellen. Daher wählten wir den Zeitpunkt so, dass man am Ende der Lachssaison noch Chancen beim Trolling auf einen Silberbarren hat und die Hechtschonzeit vorbei war und somit auch die Süßwasserkrokos nachgestellt werden kann.

Gerade angekommen mussten wir natürlich noch einen kleinen Abstecher zum Hafen machen, wo auch die Flotte vom Team Bodden Angeln liegt.

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Mai ist Hornhechtzeit in den Bodden. Das merkten wir nicht nur im Hafen anhand der gefüllten Kisten der Fischer sondern auch später beim Fischen. Diese Torpedos bissen auf Alles von Gummis von 20 cm bis hin zu Jerkbaits.

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Hornhechte aus den Bodden

Harry und ich beschlossen bei dieser Tour alle 4 Tage Guiding beim Team Bodden Angeln zu nehmen, da wir uns dieses Mal ja auch auf Dorsch und Lachs probieren wollten. Im Vorfeld hatten wir bei Mario Vorberg 1 Tag Lachs, 1 Tag Dorsch und 2 Tage Hechtangeln gebucht. Leider mussten wir am Vortag im Telefonat mit Mario feststellen, dass es keine idealen Bedingungen mehr für Lachse gab (zu milder Winter) und die Fische waren zum Großteil schon abgezogen. Aufgrund der durchwachsenen Wettervorhersagen, beschlossen wir gleich am 1. Tag auf Dorsch zu fahren, da dies laut Wetterbericht der schönste Tag werden sollte.

So nahmen wir am 1. Tag Kurs auf die Ostsee bei herrlichem Wetter. Ich war schon sehr gespannt auf diese Fischerei, da ich bisher noch nie auf Dorsch gefischt hatte.

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Ausfahrt aus Schaprode

Mario steuerte das Boot und Harry genoss auf dem Co-Pilotensitz die tollen Eindrücke der Insel. Es war seine erste Reise nach Rügen.

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Der Captain am Arbeitsplatz

Mario ein sehr sympathischer und kompetenter Guide mit dem wir viel Spaß hatten.

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Guide Mario Vorberg

Ich konnte es kaum erwarten. Ich hörte, dass hier das Dorschfischen (durch die geringe Tiefe) dem Zanderangeln ähnlich sein sollte – nur eine Nummer schwerer.

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endlich geht es los

Ausgang zur Ostsee mit der Insel Hiddensee und dem Leuchtturm im Hintergrund.

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Beginn der Ostsee

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Leuchtturm Insel Hiddensee

Nach ca. einer halben Stunde Fahrt waren wir am ersten Spot angekommen. Mario erklärte uns kurz die möglichen Methoden und bei 20 Meter Wasser Tiefe war auch ein Jiggen in der Andrift kein Problem. Es dauerte auch nicht lange und bei mir Biss der erste Dorsch. Alter Schweder was für ein Hammerbiss und die kleinen Dorsche kämpften auch extrem gut. JA es stimmt, das ist wie Zanderangeln – nur eine Nummer schwerer. Das Pilken mochte effektiver sein, da man schneller am Grund war, aber mir machte das Jiggen wesentlich mehr Spaß und darum geht es ja.

IMG_1554Nachdem wir alle ein paar Dorsche verhaften konnten schlug Mario vor noch etwas weiter raus zu fahren, da das Wetter ideal dafür sei und er auf einen Platz mit richtig viel Dorsch hoffte.

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Wir fuhren noch ca. eine halbe Stunden und konnten auf der anderen Seite sogar die Küste Dänemarks sehen, sowie einen Teil des riesigen Windpark in der Ostsee.

Mario lag goldrichtig mit seiner Strategie. Da zahlt sich die Ortskenntnis und die jahrelange Erfahrung aus! Kaum hatten wir den Platz erreicht und Harry hatte ausgeworfen kam der Köder nicht einmal am Grund an, sondern es hieß – Rute krumm! Yes – es war irre. Der Köder schaffte es bei keinem von uns auf den Grund. Gierig nahmen die Ostsee Leoparden die Köder. Das Spiel dauerte sicher eine Stunde und wir fingen tolle Dorsche.

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Da kam selbst Mario ins Schwitzen und er Biss die Zähne zusammen. 🙂

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Eigentlich wollten wir nur einen Dorsch für’s Abendessen mitnehmen aber Mario empfahl uns ein paar Filets auch mit nach Hause zu nehmen. Da wir eine Kühlmöglichkeit im Quartier hatten und Mario an Bord Plastiksäcke für die Filets hatte, beschlossen wir welche mit zu nehmen. Mario war so nett und hat uns beim Filetieren geholfen. Na ja geholfen ist etwas untertrieben, da Harry und ich zusammen vielleicht 4 Fische filetiert haben. Mario – Danke nochmals für die Unterstützung.

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Mario bei der Arbeit

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Harry der alte Profi

Gegen Abend mussten wir uns beeilen, da ein Unwetter aufzog. Gerade als wir mit der Heimfahrt starteten, öffneten sich die Schleusen am Himmel und es goss was das Zeug hielt. 1 Stunde Vollgas im Dauerregen.

IMG_1581Da ja das Trolling auf Lachs ausfiel konzentrierten wir uns die nächsten 3 Tage auf Hecht. Wobei der 2. Tag richtig windig werden sollte. Wir starteten deshalb schon früher als normal, da der Tag immer mehr Wind versprach. Zudem teilte uns Mario am Vortag mit, dass er mit uns nicht 4 sondern nur 2 Tage fischen kann, da er unerwartet Karten für Mario Barth bekommen hatte und er daher zurück müsste. Fanden wir schade, da wir noch dazu den anderen Guide nicht kannten.

IMG_1583Zu Beginn war das Wetter noch halbwegs in Ordnung und wir konnten bei Windstärken von 3 bis 4 ein paar Hechte beim Driften über 3 bis 4 Meter tiefen Wasser fangen. Es gabe einige Nachläufer und die Hornhechte hatten auch ihren Spaß mit uns.

IMG_1585IMG_1591IMG_1594Mario konnte an diesen Tag außer 2 Kontakte keinen Fisch ins Boot bringen. Es war eine sehr mühsame und anstrengende Fischerei, da laut Mario der Wind zeitweise auf Bft 5 bis 6 auffrischte.

IMG_1597Harry hatte im vorderen Bereich des Bootes nichts zum Anlehnen und könnte es nach diesem Ausflug mit jedem Tagada Profi vom Rummel aufnehmen. 🙂 Teilweise breschten die Wellen so stark und hoch ans Boot, dass man glaubte hinter einem steht einer und schüttet einem einen Kübel Wasser ins Kreuz.

IMG_1598Kaum im Hafen angekommen glaubt man gar nicht, dass draußen so ein Wind ging. 4 Hechte konnten wir an diesem Tag verhaften und einige Fehlbisse verzeichnen.

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Abschlussfoto mit Mario am Hafen

Nach dieser (Tor)Tour begaben wir uns in unser Quartier, dass wir bequem in 2 Minuten zu Fuß erreichen konnten und schafften unsere wankenden Körper unter die Dusche, um danach wie jeden Abend in’s Schillings zum Abendessen zu gehen. Den Wirt kann man wärmstens empfehlen und mittlerweile weiß er auch was bei Harry ein „Spritzer“ ist (Weißweinschorle in einem 0,5 L Gefäß). Dort trifft man auch Gleichgesinnte und mit dem ein oder anderen kommt man schnell ins Gespräch. Schöne Grüße nach Bayern an dieser Stelle.

Die Zeit verging wie im Flug und der 3. Tag brach an. Ralph Lubs war der neue Guide und wir waren gespannt. Natürlich schauten wir am Vorabend noch auf die Hompage vom Team Bodden Angeln und lasen dort: Guiding auf Hecht und Meerforelle, hauptsächlich Watangeln. Jetzt waren wir noch gespannter. Ralph kam an begrüßte uns mit einem freundlichen Lächeln, freute sich schon selbst extrem auf die Tour und ab ging es. Wir erfuhren, dass Ralph das Guiding in seiner Freizeit macht und sich so sein Hobby noch einfacher gestalten ließ. Wir warten total begeistert ein Fischverrückter mehr!

Kaum am ersten Spot angekommen hatte Harald schon Nachläufer zu verzeichnen, aber den ersten Fisch brachte Ralph ins Boot und der 2. folgte innerhalb der nächsten 5 Minuten. Ralph fischte hauptsächlich mit einem bläulichen Gummifisch mit Twisterschwanz den ihm Kollegen aus Schweden mitgenommen hatten. Ca. 30 cm hatte das Teil.

IMG_1602IMG_1604IMG_1605Dann hatten wir eine Flaute und außer ein paar Fehlbissen konnten wir keinen Fisch mehr ins Boot holen. Harry musterte skeptisch die „ÖSI-Sau“ wie wir sie nennen, da dieser Köder früher schon viele schöne Hechte brachte – nur heute nicht. Ralph checkte online die Strömung in der Fahrrinne und meinte, dass wir noch einen Versuch dort starten sollten.

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Kaum dort angekommen viel uns sofort das klare Wasser auf. Wahnsinn auf knapp 3 Meter konnte man runter sehen. Die Kante zur Fahrrinne war mit Kraut bewachsen und da heute der Wind auch ruhig  war musste ich einfach meine alte Jerke die Piketime rausholen und mir einen von Sebastians Köder einen La Gatzo Victim Tail  dran hängen. Wahre Meisterwerke die genial im Wasser arbeiten – sorry da komm ich einfach ins schwärmen. 🙂

Während dessen meldete sich Harry und zeigte auf einen enorm großen Schatten der seinen Köder verfolgte, stehen blieb und dann gemächlich abdrehte. Eine gigantische Meter-Mutti. Die kam aus dem tiefen, dafür hatte ich den falschen Köder drauf. Macht nichts ab damit in den Dschungel im Flachgebiet und mit gefühlvollen Schlägen eingeholt. Gerade als ich den Jerk im Wasser erkennen konnte öffnete sich eine großes weißes Maul und schnappte sich den Köder. Yes – Bisse live mit zu erleben ist der Wahnsinn. Nach kurzem Drill konnte ich einen schönen Hecht landen. Nächster Wurf entlang der Kante. Man konnte den Köder schon von weitem bei dem klaren Wasser beobachten. Plötzlich kam aus der Tiefe ein schöner Hecht – knapp ein Meter schätzte ich – und verfolgte den Köder. Ich ließ den Köder kurz stehen, der Hecht dreht sich zur Seite ein kleiner Ruck mit der Rute in die lose Schnur und bäm der Hecht schnappte sich mit voller Wucht den La Gatzo. Aus das war’s – die Schnur ist genau beim Knoten zwischen Vorfach und Hardmono gerissen. Aaah – das kommt davon wenn man seine Jerke über den Winter im Schrank hat und dann gleich damit fischt ohne das Vorfach neu zu binden. Das hatte ich im Zuge der Aufregung über die genialen Bedingungen komplett vergessen.  Dann verfolgte noch eine gewaltige Hechtdame Ralphs großen Gummifisch und blieb etwa 3 Meter vom Boot am Boden liegen. Ralph und ich probierten noch ein paar Köder aber mehr als ein kurzes nachschwimmen gab es nicht. Diese Divas! Dann kehrte Ruhe auf dem Platz ein und wir setzten um.

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La Gatzo Victim Tail

Beim nächsten Spott ließen wir uns mit dem Driftsack über 3 Meter tiefen Wasser treiben. Ich probierte es dieses Mal mit einem X-Rap Jointed Shad von Rapala in der Farbe blau/weiß, welche ich im Zuge der Teilnahme an der Shimano Rapala Master in Holland geschenkt bekommen hatte. Harry und Ralph fischen weiter mit Gummi. Als erstes Schlug es bei Harry ein und er meinte im ersten Moment, dass es ein kleiner Hecht sei, aber der kleine Hecht mauserte sich zu einem tollen Barsch mit 42 cm und mit einer wunderschönen Färbung. Danach konnte ich innerhalb von 5 Minuten 2 Hechte mit dem Wobbler noch fangen. Es ist immer wieder interessant, dass man eine Zeit lang gar nichts fängt und dann gleich innerhalb kurzer Zeit mehrere Fische hintereinander.

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So beschlossen wir den ersten Tag mit Ralph unserem neuen Guide und einigen schönen Fischen und einer sehr kurzweiligen Fischerei, da wir auch einige Nachläufer „Pike Watching“ und Fehlbisse hatten. Ralph ist ein gut gelaunter und sehr fachkundiger Typ der sogar bei einem Buch über das Meerforellenangeln rund um Rügen mit geschrieben hat. Angelführer Rügen  IMG_1623 Da war er nun der letzte Tag und er sollte uns wieder Wind bringen. Dieses Mal nicht ganz so heftig aber noch stark genug um Tagada gratis mit an Board zu haben. Am ersten Spot angekommen drifteten wir dieses Mal über ca. 4 Meter tiefes Wasser, da wir am Vortag die meißten Bisse zwischen 3 und 4 Meter bekamen. Ich hatte Glück und mein 6 “ Shaker von Lunker City in Ayu wurde gerne von einem kampfstarken Hecht genommen. Schon genial wie agil die Hechte um diese Jahreszeit sind.

IMG_1626Der nächste Biss kam dann brutal hart und es gab einen schönen Kampf der zum Schluß mit einem 101 cm großen Hecht belohnt wurde. Ein sehr schlanker Hecht, aber damit konnten wir auch den Meter knacken. Yes.IMG_1628

IMG_1632Was dann kam war der blanke Wahnsinn. Ich und Harry hatten so etwas bisher nicht erlebt. Es war gerade eine kleine Flaute und Ralph erzählte nebenbei über die Techniken große Gummiköder anzuködern, welcher er sich von den Schweden abgesehen hatte. Dabei beschloss er seinen Köder auf einen Shaker der Farbe Baby Blue Shad zu wechseln, der uns schon Fische gebracht hat. Wurf Biss! Schöner Hecht um die 80 bis 85 cm. 3 Würfe später Biss! 70 bis 75 iger! Da wechsle ich meinen Shaker auch auf Baby Blue Shad und ein paar Würfe später Biss! Yes nächster Fisch an Board. Dann Flaute es ab und Ralph beschloss die selbe Stelle nochmals abzudriften.

IMG_1642IMG_1634Neue Drift, Pike Watching (geht ganz schön an die Nerven) und Fehlbisse waren angesagt. Dann wechselte auch Harry auf den selben Köder und ihr könnt es euch schon vorstellen – Hecht on Board! Wir fingen 8 Hechte auf einer Fläche von ca. 200 x 200 Meter und nur dort. Eine Drift zu weit links oder rechts – De nada! Genau in dem Gebiet hat es gerumpelt. Wir sahen sicher um die 5 oder 6 Hechte am Boot und einer blieb sogar lange unters Köder von Harry stehen und hatten auch noch einige Fehlbisse, wobei hier der ein oder andere Hornhechte schuld sein könnte. Ca. 2,5 Std. dauerte der Spuk, dann war es vorbei. Unvorstellbar. Ich konnte es gar nicht glauben, dass es auf einem so kleinen Gebiet so viele Hechte geben kann. Der Echolotbildschirm war ganz schwarz von den aufgezeichneten Tracks in diesem Gebiet. 🙂

IMG_1640 Da strahlt Harry. Kein Wunder bei einer solchen „Power Session“.

IMG_1641IMG_1643Zum Schluss kann ich nur sagen, dass die Bodden auf jeden Fall eine Reise Wert sind. Vor allem für uns aus Österreich mit unseren Voralpenseen sind sie ein geniales Kontrastprogramm das auch noch halbwegs vernünftig mit dem Auto erreichbar ist.
Leider liest man in den Medien und in Foren immer öfter, dass die Berufsfischerei auf Hecht und Zander immer mehr zunimmt und es aber keine Besatzmaßnahmen gibt. Hier bedarf es ein Umdenken, um auch in Zukunft noch solche Angelabenteuer erleben zu können.

Wir fanden unseren Trip genial und es sei gesagt, dass auch in den Bodden nur der nasse Köder fängt.

In diesem Sinne

tight lines

PS: Schöne Grüße aus Österreich an Mario, Ralph und das Team Bodden Angeln.

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