Stürmische Bodden

Nach 2 Jahren war es endlich wieder soweit und wir brachen nach Rügen auf, um dort den Lachsen, Dorschen und Hechten nachzustellen – das war zumindest der Plan. Nach 1000 km Autofahrt kamen wir bei unserem Quartier in Schaprode bei der Fam. Rust an. Ein gemütliches Schwätzchen mit dem Senior und den Kühlschrank eingeräumt.

der Hausherr vom Schaprodener Quartier

 Eine runde Diplomatico Rum durfte auch nicht fehlen. Ja ich weiß den kühlt man nicht ein aber in der Vorfreude auf das Fischen kann das schon mal passieren.

Diplomatica ein leckerer Rum

Ein schon ritual mäßiger Rundgang im Hafen und danach ab zu Schillings auf einen guten Burger und ein Bierchen und einfach nur ankommen.

Hafen von Schaprode

Flotte vom Team Bodden-Angeln

Dabei stellten wir fest, dass in dieser Zeit auch die Fisch[er]Tage auf Rügen stattfanden. Das ist doch mal ein positives Zeichen für unsere nächsten 4 Tage. Na ja, der Wind und die nicht optimalen Bedingungen trübten das positive Vorzeichen dann doch etwas.

Schaproder Fischertage mit seemännischer Musik

Also gleich mal Mario unseren Guide vom Team Bodden-Angeln für die Lachs- und Dorschtour angerufen und nachgefragt ob eh alles startklar ist für den nächsten Tag. Mario’s Antwort: Ehrlich gesagt Jungs empfehle ich euch keine Lachstour mehr (letzten Tage wurde nur mehr selten ein Lachs gefangen) und für die restlichen Tage wird Wind zwischen Bft 5 und 7 gemeldet und da ist es auf der Ostsee nicht mehr gemütlich. Als machen wir morgen Dorsch und dann Hecht. Mit zerknirschter Miene (probieren es schon das 2. Mal auf Lachs mit nachsehen) sagten wir Mario, dass sein Vorschlag natürlich OK ist, da er hier der Profi ist. Das Wetter und die Bedingungen sind kein Wunschkonzert.

Am nächsten Tag ging es bei Kaiserwetter und wenig Wind raus auf die Ostsee.

Leuchturm um Libben

Ruten mit 100 gr Wurfgewicht und rund 12 cm große Gummis in den Farben rot, braun, weiß mit ca. 40 bis 60 gr Bleiköpfen waren unsere Dorschausrüstung. Keine Pilker mit Beifängen oder ähnliches, da wir sonst nie auf Dorsch fischen haben wir so etwas nicht.

Mario fuhr zielsicher den ersten Spot an und los ging es. Die Strömung war an dem Tag sehr stark und erleichterte die Fischerei nicht.

Mario beim Spot testen

Mario probierte es mit PIlker und Beifänger um zu sehen ob Fisch da ist. Ein 20 Zentimeter Dorsch bestätigte es und es dauerte auch nicht lange bis bei Harry die Rute krumm war.

Ein paar Küchendorsche wurden gelandet aber die Fischerei war zäh ganz im Gegensatz vor 2 Jahren (siehe Bericht Bodden-Tour 2015 )

erster Dorsch der Tour

Natürlich gab es Hornhecht auch beim Dorschangeln und klarer Weise fing sie Harry. (das blieb ihm die restlichen Tage nicht erspart)

Zu unserer Überraschung fingen wir auch einige Seeskorpione. Ganz schön gefräßige Fische mit einem sehr großen Maul.

Das Großmaul Seeskorpion.

Nach einigen Spotwechseln konnten wir noch einige Dorsche fangen. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht, da die Dorsche einen geilen Tock = Einschlag in der Rute wie beim Zanderangeln machen.

Dorsche machen im relativ flachen Wasser richtig Laune!

Am nächsten Tag starteten wir die Tour bei Kaiserwetter aber die Windvorhersage für Nachmittag sage Bft 5 bis 6 mit Böhen um 7 voraus. Wir konnten am Vormittag Pikewatching betreiben und sahen einige Nachläufer jedoch wollten nur 2 Hechte an Bord kommen. Einen verlor ich beim Landeversuch. Schöne Fische aber nicht die Größe auf die wir aus waren.

Hechtbeauty aus den Bodden.

Harry durfte neben einem Hecht am Vormittag einige Hornis fangen was mich und Mario zum Lachen brachte, da wir keinen einzigen fingen. Vielleicht lag’s am Köder von Harry mit der tollen Farbe pink. Der Mann hatte ganz schön zu kämpfen mit den Plagegeistern.

Mario verzeichnete dann beim Jerken mit einem blauen Buster Jerk einen genial Biss. Der Fisch folgte dem Köder bis zum Boot – Mario hauchte dem Köder an der gleichen Stelle vor dem Boot nochmals Leben mittels 2 gefühlvollen Schläge in den Köder und bam der Hecht hing. Super genial zum Beobachten.

Harry beendete mit diesem Hecht den Eröffnungstag der Hechtsaison. Die Farbe blau-weiß war bei uns im Boot die Köderfarbe der Wahl. In Summe konnten an diesem Tag 4 Hechte fangen, wobei 3 Meter Hechte vom ganzen Team Bodden-Angeln mit ihren Gästen gefangen werden konnten. Wir hatten dieses Mal nicht das Glück.

Die nächsten 2 Tage waren ja von vornherein zum Hechtangeln geplant und zwar wie beim letzten Mal mit Ralph. Genauso wie Mario und die restliche Truppe vom Team Bodden-Angeln ein äußerst sympathischer Kerl und Fischverrückter wie wir. Gestartet wurde wie jeden Tag gegen 08.00 Uhr früh im Hafen von Schaprode. 

Pikefutter

An der kleinen Auswahl (ist nur ein Teil von Ralph’s Sammlung die er mit an Board hatte) sieht man schon, dass Ralph ein leidenschaftlicher Hechtangler ist. (Im Winter genauso auf Meerforelle).

extrem viel Wind die ganzen Tage

An diesem Tag hatte wir weiterhin mit starkem Wind und extremen Windböhen zu kämpfen. Spaß macht das Angeln da keinen mehr. Ralph hatte die gute Idee zum Breeger Bodden zu fahren, da dort am Vortag noch keiner geangelt hatte und er sich in dieser Ecke bestens auskannte. Frohen Mutes ging es gegen mächtiger Welle dort hin. Nach 4 Stunden dauerwerfen mussten wir einsehen, dass hier nichts zu holen war. Bei den restlichen Teams sah es ebenfalls durchwachsen aus.

Also auf zum Rassower Strom da dort das Wasser noch etwas klarer war. Die ersten Bisse bekamen wir im tieferen Wasser so zwischen 3 und 4 Meter und endlich blieb auch dieser schöner 96iger Hecht auf meinen 22 cm McRubber in Blue Pearl hängen. Die Farbe blau war bei uns immer noch top.

schöner 96iger Hecht aus dem Rassower Strom

Am Abend zur Heimfahrt dachten wir, dass sich der Wind legt. (siehe Bild) Sobald wir aber aus dem Rassower Strom draußen waren bekamen wir eine ordentliche Dusche auf dem Rückweg ab.

Der letzte Tag brachte natürlich wieder viel, viel Wind. Wir begannen dieses Mal wieder am Rassower Strom so ab 2 Meter und fischten driftend bis zur Fahrrinne. Nach 2 Stunden kein Kontakt. Wir änderten die Taktik und begannen im flachen Wasser bei ca. 0,8 Meter und ab ca. 1 bis 1,5 bekamen wir die ersten Bisse. Die Hechte bissen aber extrem spitz! Dann bekam ich weiche Knie und Herzflattern da eine mächtig dicke Mutti beim Boot den McRubber natürlich in Blue Pearl sehr genau inspizierte.  Leider blieb es dabei. Da Harry bis dorthin noch keinen Biss verzeichnen konnte und am Vortag (genauso wie Ralph) keinen Fisch landen konnte und ich ein paar Bisse auf den McRubber hatte gab ich Harry meinen Köder. Harry zeigte, dass er auch sehr spitz beißende Hecht zum Landgang überreden konnte.  Es folgten 3 Hechte bei ihm und einen holte Ralph ins Boot. Ich ging an diesem Tag leer aus. So ist nun mal Angeln. Es gibt auch Schneidertag auch an solch tollen Gewässer.

Zusammenfassend kann man sagen, dass diese Tour eine sehr anstrengende Fischerei in sich hatte und der Wind die Angelei nicht einfacher macht. Wir konnten Fische fangen aber sicherlich nicht in der Stückzahl oder Größe wie wir uns erhofften. Trotzdem ist es die lange Anreise immer wieder Wert die tolle Landschaft genießen und Gewässer befischen zu können. Idealerweise mit so netten Typen wie Mario oder Ralph. Herzlichen Dank Jungs!

In diesem Sinne wünschen wir euch eine tolle Hechtsaison 2017.

tight lines

Günther & Harry

1 Kommentar

    • Paco am 3. August 2017 um 17:33

    Antworten

    Das muss ein genialer Trip gewesen sein! Die Bilder sprechen für sich und ich freue mich auch schon auf meinen Angelausflug mit meinen Jungs Ende August am Bodden!

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